ero(t)ica toxicologia

Unter dem Motto ero(t)ica toxicologia, also etwa erotisch/heroisches Gift, führen ein Hamburger Künstler und Kunsthausbesetzer und ein Kunstwissenschaftler, Kurator und Autor einen Ansatz fort, den sie schon früher (Aus der Eisenzeit, Kampnagel 1994 und Ausgabe der SPUREN, 1995) geprägt hatten. Mit ihrem Begriff der operativen (eingreifenden) Projektentwickler machen Jörg Stange und Gunnar Gerlach zu Beginn des neuen Jahres ernst mit der Theorie und Praxis einer operativen Kunst.

Vorgestellt wird - unter anderem - ihre "Kegel-Pop-Ulation" in "neo-surrealer Ansicht": Die Grundform Kegel dient als Modell und Demonstrationsobjekt, wobei Gerlach und Stange in assoziativer Weise durch die Beteiligung von eingeladenen Künstlern unerstützt werden. Neben bekannten Namen wie Ralf Jurszo, Sylvie Réno, Inga Svala Thorsdottir und Whu Shan Zhuan werden auch Studenten von Gunnar Gerlach ihren Beitrag zur "Synnphonie" leisten. Einige Capriccios musikalischer und theatralischer Natur wird es geben, so das Anästhesie-Orchester und das Harmonica-Alb-Horn-Duo.

Nichts ist wie es scheint in dieser Ausstellung. Sie verknüpft Interpretationsebenen mieinander, verfolgt Ursprünge von Symbolen und vernetzt die Bezüge im wahrsten Sinn des Wortes. Assoziationen wie "romantische Ironie" oder "Surrealismus" mögen hier angebracht sein - aber letztlich ist es doch ganz anders.

Peter Boué